Das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) und die Universität Bremen haben die Ergebnisse des Glücksspiel-Survey 2025 vorgelegt. Die auf 12.340 Interviews basierende Studie zeigt ein weitgehend stabiles Spielverhalten der Bevölkerung im Vergleich zu den Vorjahren.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick
Im letzten Jahr nahmen 36,4% der 16- bis 70-Jährigen an Glücksspielen teil. Besonders beliebt bleiben das klassische LOTTO 6aus49 (18,3%), der Eurojackpot (13,8%) und Rubbellose (8,4%).
Etwa 2,2 % der Bevölkerung erfüllen die Kriterien für eine Störung durch Glücksspielen nach DSM-5. Männer sind mit 3,2 % deutlich häufiger betroffen als Frauen mit 1,1 %.
Besonders problematisch erweisen sich virtuelle Automatenspiele, Geldspielautomaten und Live-Sportwetten. Hier ist der Anteil von Personen mit einer Störung unter den Spielenden am höchsten.
Neue Schwerpunkte der Studie
Kognitive Verzerrungen: Erstmals wurden Denkfehler wie die Überschätzung der eigenen Gewinnchancen oder des persönlichen Einflusses auf das Spielergebnis untersucht. Die Daten belegen: Je schwerer die Glücksspielproblematik, desto ausgeprägter sind diese fehlerhaften Denkmuster.
Daytrading als Risiko: Die Studie erfasste erstmals Daten zum kurzfristigen Börsenhandel. Rund 6,5 % der Befragten gaben an, Daytrading zu betreiben. Auffällig ist, dass 12,1 % der aktiven Daytrader (monatlich oder häufiger) die Kriterien einer Glücksspielstörung erfüllen.
Hohe Zustimmung zum Spielerschutz
Die Akzeptanz für Schutzmaßnahmen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.
91,9% befürworten das Verbot für Minderjährige.
82,8% unterstützen die Spielersperre.
77% sprechen sich für Werbebeschränkungen aus.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Präventionskonzepte, besonders für riskante Spielformen, restriktiv weiterzuentwickeln und in der Therapie verstärkt an kognitiven Verzerrungen zu arbeiten.
Die gesamte Studie ist unter folgendem Link zu finden: Glücksspielsurvey 2025 [Abruf 16.03.2026]